Wir bauen ein Igelhaus

 

Nachdem in unserem Garten immer wieder Igel auf Stippvisite gesichtet wurden, haben mein Mann und ich beschlossen ein Igelhaus zu bauen.

Eine Bauanleitung wurde über „Nabu“ Naturschutzbund Bayern schnell gefunden. Es wird eine Bodenplatte, 4 Seitenteile, 1 Trennwand und ein Dach benötigt. Verwendet werden kann nur unbehandeltes Holz, damit der Wohnkomfort für den Igel sichergestellt ist. Das Häuschen sollte ca. 40 x 30 cm und 25 cm hoch sein. Der Eingang passt mit 10 x 10 cm. Die Trennwand wird benötigt, damit der Eingangsbereich vom Wohnbereich teilweise abgetrennt ist.

Beim Betreten des Häuschens muss also um die Ecke gegangen werden. Den Igel stört das nicht, aber Katzen und andere Tiere werden aus diesem Grund das Häuschen nicht betreten und somit den Igel ungestört lassen.

Die Seitenteile werden in der Höhe schräg und das Dach etwas größer als die Bodenplatte gesägt, damit der Regen gut abfließen kann. Das Haus sollte auch nicht direkt auf der Erde stehen, sondern auf einer Unterlage (z.B. Dachlatten, flache Steine o.ä., aber auf Standfestigkeit prüfen!), damit es vor Nässe und Kälte von unten abgeschirmt ist.

Unser Häuschen wurde nach grober Fertigstellung von meinem Mann noch ausgeschmückt. Der Eingang bekam ein Vorhaus mit Dach und das Dach eine löchrige Umrandung, damit eine Dachbegrünung möglich ist. Das Holz wurde zwecks Witterungsbeständigkeit noch geölt und das Wohnzimmer mit reichlich Heu gefüllt, damit der künftige Bewohner es auch gemütlich hat. Anschließend wurde das Haus an einem schattigen Platz unter den Johannisbeeren aufgestellt

Dann gab es leider einige Unstimmigkeiten zwischen einigen Gartenbewohnern und mir. Zuerst habe ich das Dach mit Moos bedeckt. Das fanden die Spatzen und Amseln ganz toll, die haben nämlich das Moos geklaut und zum Nestbau verwendet. Danach habe ich Hauswurzen gepflanzt. Diese scheinen aber dem Schönheitsideal der Amseln nicht zu entsprechen. Jeden Tag auf ´s Neue: Ich hebe die Hauswurzen vom Boden auf und pflanze sie auf das Dach. Am nächsten Morgen liegen die Hauswurzen wieder auf dem Boden. Nun ja; Ende vom Lied: die Amsel hat gewonnen!

Zurzeit ist das Dach mit größeren Rindenstücken bedeckt.

Aber: Den oder die Igel stören die Nachbarstreitigkeiten gar nicht. Jeden Winter ist das Häuschen bezogen. Der Igel verstopft den Eingang mit Heu, wenn er sich zum Winterschlaf zusammenrollt. Daran erkennt man, ob das Häuschen bewohnt ist.

Das Haus wird nach Auszug des Mieters im Frühling natürlich gereinigt und eventuell instandgesetzt.

Zurzeit hat ein Igel das Häuschen als Sommerresidenz bezogen und geht während der Nacht auf Futtersuche im Garten.

 

Einfach toll!